Verwaltung. digital. gestalten. Barcamp zur neuen Arbeit im öffentlichen Sektor.

Eine Veranstaltung des NExT e.V. mit Beteiligung von Fraunhofer FOKUS

2020 ist wohl das digitale Jahr schlechthin. Ganze Konferenzen und Workshops sind in Folge der Pandemie-bedingten Einschränkungen in kürzester Zeit in den virtuellen Raum umgezogen und entdecken neue Tools, die die digitale Kollaboration zu erleichtern. Und das zum Teil mit großartigen Erfolgen.

Und so kann das diesjährige Barcamp zur neuen Arbeit im öffentlichen Sektor des NExT e.V. für Verwaltungsinnovation & Digitalisierung (https://www.next-netz.de/)  doch noch stattfinden. Das Barcamp ist gedacht für Mitarbeitende der Verwaltungen aus Bund, Ländern und Kommunen und nahestehende Institutionen, u.a. natürlich auch kommunale IT-Dienstleister.

Was ist ein Barcamp?

Ein Barcamp, manchmal auch Un-Konferenz, ist eine Art offene Tagung mit Workshops zu einem Thema,  die von den Teilnehmenden co-kreativ gestaltet wird, ohne vorher festgelegte Inhalte. Meistens kommen dabei agile Methoden wie Design Thinking zum Einsatz, um die Zusammenarbeit zu erleichtern und die Ergebnisse schnell greifbar zu machen.

Für den Zweck des Barcamps wurde die Plattform Hopin (www.hopin.to) gewählt, die besonders für Konferenz-Formate im digitalen Raum geeignet ist. So gibt es dort eine Hauptbühne, verschiedene Workshop-Räume und ein „Café“ zum lockeren Austausch mit anderen Teilnehmenden.  Darüber hinaus gibt es auch Ausstellungsräume in denen Initiativen sich vorstellen können, genau wie bei Ständen auf Konferenzen. Auf einem kollaborativen Concept-Board können die Teilnehmenden gemeinsam wie auf einem großen Whiteboard arbeiten und so die Ergebnisse der Workshops für alle zugänglich machen. Die Themen reichen von handfesten Digitalisierungsthemen bis hin zu organisatorischen Themen. So wird z.B. diskutiert ob die E-Akte nicht sogar Silodenken verfestigt, statt cross-funktionale Teamarbeit zu unterstützen; wie das Internet der Dinge und Künstliche Intelligenz die Verwaltung radikal verändern wird und welche Rolle kommunale IT-Dienstleister dabei haben werden.Weiterhin wird aufgezeigt, wie Agilität die Verwaltungsdigitalisierung in den Kommunen vorantreibt oder wie die Synergien zwischen Digitalisierung und Organisationsentwicklung produktiv generiert werden kann.

Besonders interessant ist das Konzept einer smarten „Mit-Mach-Stadt“, die Bürgerbeteiligung neu denkt und die Stadtentwicklung mit digitalen Tools zur kollektiven Sache der Bewohner macht.Verwaltungen sind getrieben von gesetzeskonformen und althergebrachten Arbeitsweisen.

Dennoch braucht es gewisse Freiräume um mit dem Neuen und Unbekannten zu Experimentieren und zu Lernen. Das nicht nur, um Verwaltungen wieder zu einem attraktiven Arbeitsplatz zu machen, sondern auch um den sich verändernden Erwartungen der Bürgerschaft gerecht zu werden. Digitalisierung und Agilität gehen bei der Transformation von Organisationen Hand in Hand.

Damit dieser kulturelle Wandel zu mehr Entscheidungsfreude und Handlungsfähigkeit gelingen kann, ist eine neue Art von Führung notwendig. Dieses Verständnis sickert zum Glück allmählich bei vielen Verwaltungen durch.